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Von: md | 01.04.2010
Jugendliche erstellen Film-Doku über die Deportation Karlsruher Juden

Anna Schreier (links vorne) vom Jubez wird die Jugendlichen Bettina und Anabel Elsner, Vincent Bewerunge und Yannick Hug zur Gedenkstätte nach Gurs begleiten. Foto: StJA e. V.

Zum 70. Mal gedenkt die Stadt Karlsruhe in diesem Jahr der Deportation von jüdischen Mitbürgerinnen Mitbürgern aus ganz Baden in das südfranzösische Konzentrationslager Gurs am 22. Oktober 1940. Aus Karlsruhe wurden damals 945 Menschen deportiert.

Gurs-Fahrt im Rahmen der Schülerakademie Karlsruhe

Der Stadtjugendausschuss e. V. leistet dazu einen ganz besonderen Beitrag in diesem Gedenkjahr. Eine vierköpfige Gruppe Jugendlicher wird sich vom 8. bis 12. April innerhalb eines medienpädagogischen Projekts auf Spurensuche begeben. „Es ist eines der aufwändigsten und interessantesten Projekte, die wir in unserer Veranstaltungsreihe ‚Nationalsozialismus in Karlsruhe’ bislang gemacht haben“, so Volkmar Hafner-Koch, der beim Stadtjugendausschuss e. V. verantwortlich für die Umsetzung der Reihe zeichnet. Die Gurs-Fahrt wird im Rahmen der Schülerakademie Karlsruhe angeboten. Der Stadtjugendausschuss e. V. ist dort Mitglied.

Jugendliche treffen auf den Zeitzeugen Paul Niedermann

Die vierköpfige Gruppe wird sich per Zug auf denselben anstrengenden Weg machen, den auch die Deportierten nach dem 22. Oktober 1940 mit der Bahn zurückgelegt haben. Am Ende der langen Reise werden sie die Gedenkstätte in Gurs besuchen. Unterwegs in Montpellier werden Sie auf den Zeitzeugen Paul Niedermann treffen, der die Deportation überlebt hat und fliehen konnte. Seine gesamte Familie hingegen wurde von den Nationalsozialisten im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

"Ein ganz wichtiger Moment für die Jugendlichen"


Heute ist Paul Niedermann oft zu Gast in Karlsruher Schulen und berichtet von seinen Erlebnissen als Jugendlicher im Lager Gurs. „Dies wird für die Jugendlichen ein ganz wichtiger Moment auf dieser Reise sein“, so Projektleiterin Anna Schreier vom Jubez. Stadtjugendausschuss e. V. und Jubez finanzieren dieses Projekt gemeinsam.

Film wird in der Medienwerkstatt des Jubez produziert

Auf der gesamten Reise werden Bettina und Anabel Elsner (Geschwister-Scholl-Realschule), Vincent Bewerunge (Bismarckgymnasium) und Yannick Hug (Gymnasium Neureut) filmisch ihre Erlebnisse, Eindrücke, Gedanken und Gefühle festhalten. Zwei Kameras wurden dafür von der Sparkassen-Stiftung der Sparkasse Karlsruhe zur Verfügung gestellt. Aus dem Material wird dann ein Film entstehen, der Ende Oktober auf der offiziellen Veranstaltung der Stadt Karlsruhe zum 70. Gedenkjahr gezeigt wird. Produziert wird der Film im Nachgang der Reise in der Medienwerkstatt des Jubez, die dafür die nötige technische Ausstattung vorhält.

Ende Oktober: Preview des SWR-Films im Jubez


Und noch eine Besonderheit: Begleitet werden die Jugendlichen auch von einem Fernsehteam des SWR. Der Redakteur und Filmemacher Gerd Böhmer wird aus der Reise eine rund 30-minütige Reportage erstellen, die ebenfalls Ende Oktober als Vorab-Premiere im Jubez gezeigt wird – ergänzt durch ein Podiumsgespräch. Später wird der Film dann auch im SWR-Programm zu sehen sein.

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